Was ist Wolfswurz und woher kommt der Name?

Was ist Wolfswurz und woher kommt der Name?
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Wolfswurz

Wolfswurz ist eine Pflanze, die man aus verschiedenen Zusammenhängen kennt. Ob aus alten Mythen und Sagen oder aus Fantasiegeschichten. Der Wolfswurz ist, aufgrund seines geheimnisvollen Namens, ein beliebtes Gewächs, welches fiktiv, als auch in der Realität häufig Bedeutung findet. Hierbei stellt sich schnell die Frage: „Was ist Wolfswurz überhaupt?“

Was ist Wolfswurz?

Obwohl viele den Namen Wolfswurz bereits gehört haben, wissen nicht alle, dass dieser, neben Namen wie Sturmhut und Akonit, eine alternative Bezeichnung für die Pflanze Eisenhut darstellt. So ist Wolfswurz eine altertümliche Bezeichnung, die auf die Verwendung von Eisenhut als Wolfsgift zurückzuführen ist. Somit gehört der Wolfswurz zur Familie der Hahnenfußgewächse und wurde in Form des blauen Eisenhuts zur Giftpflanze des Jahres 2005 ausgezeichnet.

Geschichte des Wolfswurz

Eine der frühsten Erwähnung von Eisenhut entstammt den Geschichten rund um Herkules. Dort soll dieser ein Geschöpf der Unterwelt, Kerberos, einen mehrköpfigen Hund, der das Tor zur Unterwelt bewacht, in die Oberwelt bringen.

Dies gelingt Herkules, allerdings tropft aus dem Maul des Geschöpfes giftiger Speichel. Als dieser daraufhin den Boden berührt entstand der Sage nach die Blume Akóniton, welche unseren heutigen Eisenhut darstellt. Jedoch ist dies nicht die einzige geschichtliche Erwähnung des Eisenhuts. So soll Eisenhut in der Antike und im Mittelalter für Giftmorde verwendet worden sein. Diesbezüglich wurde Eisenhut womöglich bei einem Mordversuch auf dem Propheten Mohammed im 7. Jahrhundert, als auch bei den Morden am römischen Kaiser Claudius und an Papst Hadrian VI, verwendet.

Woher kommt der Name Wolfswurz?

Wolfswurz

So wurde sich bereits in der Antike die giftige Wirkung des Eisenhuts zu Nutzen gemacht. So berichtete Dioscurides von Eisenhut als Wolfsgift. Demnach wurde die Wurzel des Eisenhuts zusammen mit rohem Fleisch als Köder ausgelegt, welcher die Wölfe vergiftete.

Erscheinungsbild des Eisenhutes

Der Eisenhut ist eine ausdauernde Pflanze, besteht also als Individuum meist über mehrere Jahre. So bezieht er Wasser und Mineralien aus einer Pfahlwurzel, welche sich aus der Keimwurzel senkrecht im Boden entwickelt. Zudem bilden sich waagerechte oder schräge Seitenwurzeln oder die Wurzel verdickt sich rübenartig.

Wolfswurz

Neben den laubblattähnlichen Tragblättern sind die 5-7 endständigen spiegelsymmetrisch angeordneten kronblattartigen Kelchblätter charakteristisch, welche je nach Art blau, gelb oder weiß sind. Davon sind die beiden unteren Kelchblätter klein, flach und länglich, die seitlichen kreis- bzw. nierenförmig und das obere groß und helmförmig. Durch diese Helmform erhält der Eisenhut auch seinen gängigen Namen. Das obere Kelchblatt schließt zwei Honigblätter ein, an deren oberen Ende sich Sporne mit Nektar befinden.

Vorkommen

In Mittel- und Westeuropa kommt der blaue Eisenhut (Aconitum napellus) und der bunte Eisenhut (Aconitum variegatum)vor, welche beide blau blühen, als auch der gelb blühende Wolfs-Eisenhut (Aconitum lycoctonum subsp. vulparia). Diese präferieren nährstoffreiche Böden und kommen deshalb auf feuchten Böden, in Flussnähe und an Berghängen vor.

Giftigkeit von Wolfswurz beim Mensch

Wolfswurz

Der Eisenhut gehört zu den giftigsten Pflanzen Europas und besitzt Giftstoffe in allen Pflanzenteilen. Jedoch hängt die letztendlich spezifische Giftigkeit eines Exemplars von der Art, den Standortbedingung und genetischen Komponenten ab. Trotzdem werden die Giftstoffe rasch über die Haut, noch schneller über die Schleimhäute aufgenommen. So sollten Kindern der Kontakt zu Eisenhut stets verwehrt werden und auch für Erwachsene ist höchste Vorsicht geboten. Denn bei Menschen mit dünner Haut kann der bloße Kontakt zu starken Ausschlägen führen. Die wirkliche Gefahr wird aber vor allem bei dem Verzehr von Eisenhut sichtbar. So reichen bereits wenige Gramm um innerhalb einer Stunde zu Herzversagen und Atemstillstand zu führen.

Giftigkeit von Wolfswurz bei Tieren

In der Tierwelt wirkt Eisenhut nicht nur auf den Wolf giftig. So sind viele Haustiere (Hund, Katze, Hamster, Kaninchen, Meerschweinchen), als auch Nutztiere (Schwein, Rind, Huhn, Schaf) und Vögel von den giftigen Auswirkungen betroffen.

Welche Giftstoffe kommen in Wolfswurz vor?

Verantwortlich für die gefährliche Wirkung des Eisenhuts sind toxische Alkaloide, Aminoalkaloide und die manchmal auftretenden Isochinolin-Alkaloide und Katecholamine. Am bekanntesten ist hierbei das Aconitin, welches die Reizübertragung beeinflusst. Demnach wird die Inaktivierung des Natriumkanals in den Zellen verlangsamt, sodass bei einem Reiz (Aktionspotential) zu viele Natriumionen einströmen und es somit im ersten Moment zu einer starken Erregung, im zweiten allerdings zu einer Lähmung kommt. Betroffen ist vor allem das Herz, welches unter einer verlangsamten oder unregelmäßigen Herzschlagfrequenz leidet und bei einer letalen (tödlichen) Dosis von ca. 5 mg Aconitin schließlich aufhört zu schlagen.

Eisenhut als Medikament

Wolfswurz

Eisenhut findet in alternativen medizinischen Behandlungen, Verwendung als Medikament. So wird in der Homöopathie Eisenhut z.B. in Form von Globuli konsumiert, wobei allerdings die Konzentration des Aconitins hierbei so gering ist, das man dieses kaum noch feststellen kann, bzw. mit einer giftigen Wirkung rechnen muss. Die Behandlung stützt sich somit auf die umstrittenen Effekte der Homöopathie und weniger auf das Aconitin des Eisenhuts selbst.

Wolfswurz – ein Fazit

Wie man sieht, stellt Wolfswurz bzw. Eisenhut ein höchst interessante Pflanze dar. So ranken sich nicht nur Mythen um seine Entstehung und Verwendung, sondern er stellt auch eine hochgefährliche Giftpflanze dar, die durch bestimmt Chemikalien eine fatale Wirkung aufweist. Dennoch sieht man diese eigentlich wirklich schöne Pflanze immer mal wieder in der Natur und merkt ihr ihre Gefährlichkeit gar nicht an.



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