Ist vegane Ernährung gesund?

Ist vegane Ernährung gesund?
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Vegan gesund?

Über die letzten Jahre haben sich viele Ernährungsformen entwickelt, die alle propagiert haben, die gesündeste und beste zu sein. Auch wir vertreten eine Meinung zum Thema Ernährung und wollen in diesem Artikel unseren Standpunkt erläutern. Dabei geht es in diesem Beitrag großteils um die gesundheitlichen Aspekte und nicht ausführlich um die ethischen und umwelttechnischen Aspekte einer Veganen Ernährung. Im Grunde klären wir die Frage, ob man vegan, gesund und fit zugleich sein kann und auf welche Dinge man achten sollte.

Ist vegan immer gesund?

Davon auszugehen, dass eine Ernährungsform, die bestimmte Lebensmittel ausschließt, aber trotzdem viele andere zulässt, immer gesund sein muss, ist unüberlegt. Denn letztendlich kommt es, egal wie man seine Ernährungsform betitelt, immer darauf an was man isst und welche Nährstoffe man erhält. So kann man sich vegan ernähren, aber trotzdem viele Lebensmittel konsumieren, die eher weniger zur eigenen Gesundheit beitragen. Wie man sieht, sollte man sich generell mit der eigenen Ernährung befassen. Dabei sollte man versuchen so viele gesundheitsförderliche Stoffe und so wenige abträglich auf die Gesundheit wirkende Stoffe wie möglich zu konsumieren.

Man kann sagen eine vegane Ernährung zurzeit noch außergewöhnlich ist, sodass die meisten Veganer sich stärker mit ihrer eigenen Ernährungsweise auseinandersetzten. Zudem haben sie eine aktive Entscheidung getroffen und sich deshalb vermutlich und hoffentlich über das Thema Ernährung informiert. Außerdem schließt die vegane Ernährungsform viele Lebensmittel aus, die aufgrund ihrer schlechten Nährstoffverteilung und starker Verarbeitung abträglich für die Gesundheit sind. Dies bedeutet aber nicht, dass jede vegane Ernährung gesund ist. Man muss bedenken, dass immer die Lebensmittel, die letztendlich auch im Mund des Konsumenten landen zählen, und nicht die bloße Ernährungsform.

Die DGE rät von einer veganen Ernahrung ab – ist sie nicht gesund?

Die deutsche Gesellschaft für Ernährung rät in ihrem Positionspapier von einer veganen Ernährung ab und empfiehlt diese für Schwangere, Säuglinge, Kinder und Jugendliche nicht. So stimmt ihre Empfehlung mit der aus Österreich überein. Aber warum ist dies der Fall? Und wieso kommen diese Ernährungsgesellschaften anhand der gleichen wissenschaftlichen Daten zu unterschiedlichen Ergebnisse, wie zum Beispiel die Nahrungsgesellschaften aus den USA oder aus Portugal?

Warum ist laut DGE die vegane Ernährung nicht gesund?

In dem Positionspapier der DGE, wird als wichtigster kritischer Nährstoff allen voran Vitamin B12 aufgeführt. Zudem werden Proteine und gewisse Aminosäuren, Fettsäuren, sowie Vitamin B2 (Riboflavin), Vitamin D und Mineralstoffe (Calcium, Eisen, Jod, Zink, Selen) als kritisch betrachtet. Zu all diesen Nährstoffen finden sie ausführliche Informationen auf unserer Website https://vegan-gesund-und-fit.de/. In diesen erkennt man, dass man die meisten Nährstoffe einwandfrei in einer veganen Ernährung decken kann und notfalls, wie z. B. bei Vitamin B12, Jod oder Selen zu einem Nahrungsergänzungsmittel greift, um diese günstig und gezielt zu decken.

Drei Vorbehalte der DGE bei der veganen Ernährung

Die DGE äußert zudem drei Bedingungen, welche bei einer veganen Ernährungsform gegeben sein sollten.

Man sollte B12 zuführen und seine Werte regelmäßig kontrollieren

Dieser Vorwand ist völlig berechtigt, sollte aber nicht nur für vegan lebende Menschen gelten, sondern auch generell für Menschen, welche dazu neigen, zu wenig B12 zu bekommen.

Es sollen nährstoffreiche Lebensmittel konsumiert werden

Erneut ergibt dieser Vorwand völlig Sinn, sollte aber in allen Ernährungsformen gewährleistet sein. So sollte das Ziel sein, möglichst viele gesundheitsförderliche Nährstoffe zu bekommen. Auch Produkte mit zugesetzten Vitaminen können einen postiven Effekt auf die Gesundheit haben, obwohl diese leider nicht als Bio betitelt werden dürfen.

Ein Grundverständnis für Ernahrung

Ein Grundverständnis für Ernährung sollte jeder besitzen.
Ein Grundverständnis für Ernährung sollte jeder besitzen.

Zuletzt soll laut DGE bei einer veganen Ernährung ein Grundverständnis der Ernährungswissenschaft gegeben sein. Dieses soll womöglich durch eine Beratung erzielt werden. Auch dieser Punkt wird von uns so unterstützt, jedoch sollten erneut nicht nur vegan lebende Menschen ein Grundverständnis von Ernährung haben, um sich vegan gesund zu ernähren. Jeder hat die Verantwortung sich richtig und für ihn passend zu ernähren, und so sollte jeder, das Wissen vorweisen um dies gewährleisten zu können.

Wenn all diese Bedingungen erfüllt sind, spricht die DGE sogar von gewissen Vorteilen einer veganen Ernährung auf die Gesundheit. So soll ein hoher Verzehr von ballaststoffreichen Getreideprodukten, sowie von Obst und Gemüse, viele Krankheitsrisiken senken (Herz-Kreislauf-Krankheiten, Diabetes mellitus Typ 2). Im Gegensatz soll, laut DGE, ein hoher Anteil an rotem Fleisch das Krebsrisiko erhöhen. Da vegetarische und vegane Ernährungsformen oft eine günstige Zusammensetzung in Bezug auf die obigen Faktoren haben, kommt auch die DGE zu dem Schluss, dass diese förderliche Auswirkungen auf die Gesundheit haben können.

Große Ähnlichkeit zwischen der veganen Ernährungsform und der Empfehlung der DGE

Wie die DGE selbst erkennt, stimmt ihre eigene Ernährungsempfehlung zu drei Vierteln mit der typischen veganen Ernährungsform überein. So zeigt sich, dass es eigentlich gar keine großen Streitpunkte gibt, und man nur die Befüllung des letzten Viertels der Ernährung diskutieren muss.

Die Meinung der Academy of Nutrition and Dietetics

Sinngemäß schreibt die Academy of Nutrition and Dietetics:

Die Academy of Nutrition and Dietetic vertritt den Standpunkt, dass angemessen geplante vegetarische, einschließlich vegane, Diäten gesund und ernährungsphysiologisch angemessen sind und gesundheitliche Vorteile bei der Prävention und Behandlung bestimmter Krankheiten bieten können. Diese Diäten sind für alle Phasen des Lebenszyklus geeignet, einschließlich Schwangerschaft, Stillzeit, Säuglingsalter, Kindheit, Jugend, älteres Erwachsenenalter und für Sportler. Die pflanzliche Ernährung ist ökologisch nachhaltiger als eine Ernährung, die reich an tierischen Produkten ist, da sie weniger natürliche Ressourcen verbraucht und mit viel weniger Umweltschäden verbunden ist.

Academy of Nutrition and Dietetics

Weiter heißt es:

Vegetarier und Veganer haben ein verringertes Risiko für bestimmte Gesundheitszustände, darunter ischämische Herzkrankheiten, Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck, bestimmte Krebsarten und Fettleibigkeit. Eine niedrige Aufnahme von gesättigten Fettsäuren und eine hohe Aufnahme von Gemüse, Obst, Vollkorngetreide, Hülsenfrüchten, Sojaprodukten, Nüssen und Samen (alle reich an Ballaststoffen und Phytochemikalien) sind Merkmale der vegetarischen und veganen Ernährung, die zu niedrigeren Gesamt- und Low-Density-Lipoprotein-Cholesterinwerten und einer besseren Serumglukosekontrolle führen. Diese Faktoren tragen zur Verringerung chronischer Krankheiten bei. Veganer benötigen zuverlässige Quellen für Vitamin B-12, wie z.B. angereicherte Lebensmittel oder Nahrungsergänzungsmittel.

Academy of Nutrition and Dietetics

Warum empfiehlt die USA eine vegane Ernährung und hält diese für gesund?

Europaische Böden enthalten wenig Selen und Jod

Wie man sieht, vertritt die Academy of Nutrition and Dietetic eine völlig andere Meinung, als die DGE. Sie sieht die Vorteile einer veganen Ernährung, unterstreicht aber auch die Wichtigkeit von Vitamin B12. Aber warum unterscheiden sich die Meinungen so stark?

Es gibt verschiedene Gründe. Die Böden der Vereinigten Staaten von Amerika sind deutlich Selen– und Jodhaltiger als europäische Böden. Somit sind auch Agrarprodukte aus den USA gute Selen– und Jod -lieferanten. Wenn sie mehr über die Mikronährstoffe Selen und Jod erfahren möchten, empfehlen wir ihnen unsere Artikel zu den beiden Themen. Einen anderen Grund stellt die häufigere Anreicherung von Produkten mit Vitaminen dar. So ist es in den USA viel leichter seinen Vitamin-B12-Bedarf zu decken, da viele Lebensmittel mit Vitamin B12 angereichert sind. Auch die Ernährungsgesellschaften aus Portugal, Kanada und Australien vertreten in ihren Positionspapieren positive Meinungen gegenüber dem Veganismus.

Vegan gesund – für dich und für die Umwelt

Man sieht, dass eine gut zusammengestellt vegane Ernährung in allen Lebensabschnitten gesund und Bedarfsdeckend sein kann. Hierzu liefern wir auf unserer Website alle nötigen Informationen. Am Ende muss man aber auch beachten, dass man nicht nur für sich selbst vegan lebt, sondern auch für seine Umwelt. So sollte man sich ausführlich mit der Entscheidung der Ernährungsform beschäftigen und diese nicht leichtfertig treffen.



3 thoughts on “Ist vegane Ernährung gesund?”

  • Hi, ich frage mich auch schon seit Jahren warum immer darüber diskutiert wird, ob eine vegane oder eine mischköstilche Ernährung gesünder ist. Sofern man alle essenziellen Nährstoffe abdeckt, sollte man einfach so viele gesundheitsförderliche Stoffe wie möglichen essen und dabei karzinogene und oxidative Stoffe meiden. Und da machen pflanzliche Lebensmittel halt einfach den besseren Job. Man bekommt auf weniger Kalorien mehr sekundäre Pflanzenstoffe und antioxidative Substanzen als irgendwo sonst. Also kann man sich ganz klar vegan gesund ernähren.

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