Pseudogetreide – Eine gesunde Alternative zu Weizen?

Pseudogetreide – Eine gesunde Alternative zu Weizen?
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Was ist eigentlich ein Pseudogetreide?

Pseudogetreide haben gerade in den letzten Jahren als sogenanntes „Superfood“ weite Verbreitung gefunden. Aber was hat es mit diesem Getreide ähnlichen Körnerfrüchten auf sich, dass diese extra nach Deutschland importiert werden, obwohl hier regionale Getreidesorten mehr als im Überfluss vorhanden sind?

Als Pseudogetreide bezeichnet man Körnerfrüchte, welche nicht zu den Süßgräsern gehören. Zu den Süßgräsern gehören nämlich alle echten Getreidearten, wie zum Beispiel Weizen, Dinkel, Roggen und Co. Somit gehören Pseudogetreide, die zwar ähnlich wie Getreide verwendet werden, botanisch nicht zu den Getreidearten.

Welche Pseudogetreide gibt es?

Die wohl bekanntesten Pseudogetreidearten sind:

  • Buchweizen
  • Quinoa
  • Amarant
  • Chiasamen

Diese zeichnet aus, dass sie alle glutenfrei sind. Gerade für Menschen die an Zöliakie leiden, sind diese eine hervorragende Alternative, um trotzdem Getreide ähnliche Mahlzeiten zu sich nehmen zu können. Aber nicht nur für Menschen, die an Glutenunverträglichkeiten leiden, bieten Pseudogetreide Vorteile.

Pseudogetreide das gesündere Getreide?

Pseudogetreide werden auch häufig in Diäten beworben oder auch für Menschen mit Blutzuckerproblemen empfohlen. Aber was steckt dahinter?

In den Pseudogetreidesorten ist der Kohlenhydrat-Anteil wesentlich niedriger als in den Getreidesorten, die üblicherweise auf dem Speiseplan stehen. Dementsprechend hat deren Verzehr nicht so starke Auswirkungen auf den Blutzuckerspiegel. Zudem liefern die verschiedenen Sorten viele Mineralstoffe und eine große Menge an Eiweiß, was sich positiv auf die gesamte Körperfunktion auswirkt.

Mehr Nährstoffe?

pseudogetreide

Amarant zum Beispiel enthält dreimal so viel Calcium wie herkömmliche Getreidearten. Des Weiteren sind alle 8 essenziellen Aminosäuren enthalten, was Amarant zu einem absoluten Superfood für Vegetarier und Veganer macht. Man kann Amarant zum Beispiel als gepuffte Variante ins Müsli geben oder als Topping über Suppen und Salate.

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Auch Buchweizen ist sehr gesund. Denn er ist sehr reich an Ballaststoffen, Protein, Zink, Kupfer, Kalium und Magnesium. Hierdurch unterstützt der Verzehr von Buchweizen das Immunsystem und den Zellaufbau. In Form von Buchweizenmehl kann man Buchweizen auch für Pfannkuchenteig verwenden oder auch in herkömmliche Kuchenrezepte untermischen, um die Nährstoffdichte zu erhöhen. Allerdings besitzt Buchweizen ein leicht nussiges Aroma, das zwar zur z.B. polnischen Küche sehr gut passt, aber nicht jedem zusagt.

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Quinoa ist wohl eines der bekanntesten Pseudogetreide und gerade für seine gesundheitsfördernden Eigenschaften berühmt. Es ist sehr reich an Aminosäuren und somit gerade für Sportler, Vegetarier und Veganer eine hervorragende Beilage, um den Proteinbedarf zu decken. Hierbei kann man Quinoa ähnlich verwenden wie Couscous und Bulgur, da sie sich sowohl in der Erscheinungsform als auch in der Verarbeitung ähneln. Der Unterschied ist nur das Couscous und Bulgur beides Weizengetreide sind und gleichzeitig wesentlich nährstoffarmer.

Das klingt schon alles ziemlich gut. Also wem die Pseudogetreidearten auch geschmacklich zusagen, steht nun nichts im Wege die herkömmlichen Getreidearten durch diese neuen auszutauschen. Sind allerdings auch irgendwelche Nachteile mit dem Konsum von Pseudogetreide verbunden?

Pseudogetreide und Nachhaltigkeit?

Quinoa, Chiasamen und Co. werden allesamt nicht in Deutschland angebaut, da sie häufig sehr empfindlich im Anbau sind, was die Außentemperatur angeht. Dementsprechend ist mit deren Anbau eine geringe Ertragssicherheit verbunden. Auch das Ertragsniveau ist bei den Pseudogetreidearten geringer, als bei den Getreidearten, die sonst üblicherweise in Deutschland angebaut werden. Deswegen sind die Pseudogetreide nicht konkurrenzfähig gegenüber den heimischen Pflanzen. Das bedeutet, dass es sich für deutsche Bauern mehr lohnt auf ihren Flächen die heimischen Getreidearten anzubauen, da sie so einen höheren Ertrag erzielen können. Dies führt dazu, dass Quinoa und anderes Pseudogetreide meistens aus dem globalen Süden importiert werden.

Pseudogetreide ist nicht nur schlecht für die Umwelt.

Es ist also klar, dass die Chiasamen im Regal vom Supermarkt schon eine lange Reise hinter sich haben und über einen nicht allzu kleinen CO2-Fußabdruck verfügen. Aber Pseudogetreide ist nicht nur schlecht für die CO2-Bilanz. Denn der Hype um Quinoa und Co. und das große Verlangen nach diesen Körnerfrüchten im globalen Norden führte dazu, dass der Anbau in den traditionellen Anbaugebieten enorm gesteigert wurde. Darunter litten nicht nur die Böden vor Ort, sondern auch die Bevölkerung. Denn Chiasamen, Quinoa und ähnliche Produkte haben mittlerweile einen Preis, welchen sich die traditionelle Bevölkerung nicht leisten kann. Somit brechen für sie wichtige Grundnahrungsmittel weg, die sonst Jahrhunderte lang die regionale Küche bestimmt haben.

Gibt es auch faires Pseudogetreide?

Generell ist zu sagen, dass bei Menschen mit Glutenunverträglichkeiten, diese Produkte einen besonders großen Vorteil darbieten, da sie alle glutenfrei sind. Dementsprechend ist es verständlich, dass diese nicht auf den Kauf von Quinoa oder anderen Dingen verzichten wollen. Allerdings sollte dann darauf geachtet werden Produkte in Bio-Qualität zu kaufen, welche über ein Bio-Siegel ebenso wie ein Fairtrade-Siegel verfügen, um die Ausbeutung der Bevölkerung vor Ort nicht weiter zu unterstützen.

Menschen die einfach bewusster leben wollen und nicht an einer Glutenunverträglichkeit leiden, können sich nach regionalen Alternativen umsehen. Viele davon enthalten zwar in kleinen Mengen Gluten, was aber für Menschen ohne Zöliakie vollkommen unbedenklich ist.

Regionale Alternativen

Es gibt viele regionale Alternativen zu den gehypten Superfood-Produkten, welche leider oft über eine hohe CO2-Bilanz verfügen.

Wer zum Beispiel sehr gerne Quinoa verzehrt, der kann sich beim nächsten Einkauf nach heimischer Hirse umschauen. Hirse wird zwar auch häufig importiert, es gibt aber auch Bauern, die sich auf den Anbau von heimischer Hirse spezialisiert haben. Wer nicht unter Zöliakie leidet, für den sind Grünkern und Dinkel auch gute Alternativen zu Quinoa.

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Auch Chiasamen sind ein sehr bekanntes Pseudogetreide. Sie sind vor allem wegen ihres hohen Gehaltes an Omega-3-Fettsäuren bekannt. Hierfür stellen Leinsamen eine gute Alternative dar. Sie werden in der Regel auf deutschem Boden angebaut, wenn beim Kauf auf ein Bio-Siegel oder das Demeter-Siegel gesichtet wird. Zudem verfügen Leinsamen über viel Calcium und Eiweiß und sind somit eine ebenso gesunde Alternative, welche man ins Müsli oder über den Salat geben kann.

So kann man sagen, dass Pseudogetreide gegenüber dem weit verbreiteten Weizen viele gesundheitliche Vorteile haben. Aber es muss nicht unbedingt Quinoa und Co. sein, denn es gibt auch viele regionale und gesunde Alternativen.

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