Lecithin-Power für das Gehirn

Lecithin-Power für das Gehirn
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Was ist Lecithin?

Lecithin wird häufig als Nahrungsergänzungsmittel angeboten, welches bei Stress und körperlicher Anstrengung unterstützend wirken soll. Es wird auch damit geworben, dass es die kognitiven Fähigkeiten und die Merkfähigkeit verbessern kann. Aber was ist Lecithin eigentlich, und warum hat es so viele positive Effekte auf den Körper?

Lecithin aus chemischer Sicht

Lecithin gehört zu einer Gruppe chemischer Verbindungen die Phosphatidylcholine heißen. Dabei handelt es sich um Phospholipide, welche aus Fettsäuren, Glycerin, Phosphorsäure und Cholin bestehen. Fettsäuren sind die Bausteine der Fette und Öle, welche wir täglich zu uns nehmen. Jedes Fettmolekül ist aus Glycerin und drei Fettsäuren aufgebaut. Glycerin ist ein dreiwertiger Alkohol, besitzt also drei OH-Gruppen. Allerdings ist Glycerin keine flüssige Substanz, sondern eher ein sämiger Feststoff. Auch wenn vielleicht noch nicht jeder von Glycerin gehört hat, hat es sich wahrscheinlich jeder schon einmal in das Gesicht geschmiert. Denn Glycerin ist in fast jeder Hautcreme enthalten. Diese Bestandteile der Phosphatidylcholine, kann man zusammengefasst als fettähnliche Substanzen beschreiben. Aber welche Funktionen führen diese im Körper aus?

Die Funktionen im Körper

Lecithin kommt in allen Zellmembranen von pflanzlichen und tierischen Lebewesen vor, da es die Körperzellen stabilisiert. Dadurch ist es maßgeblich an der Erscheinung der Zellen, wie wir sie kennen, beteiligt.

Lecithin wirkt auch am Fettstoffwechsel mit, indem es am Transport und Umbau von Fetten mithilft. Hierbei ist besonders der Transport von Cholesterin zu nennen. Denn Lecithin hilft dabei das Cholesterin durch die Blutgefäße zu transportieren und bewirkt somit, dass überschüssiges Cholesterin aus dem Blutkreislauf entfernt wird. Dadurch wird das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen gesenkt.

Lecithin

Auch im Darm ist Lecithin ein wichtiger Bestandteil. Dieses baut nämlich unter anderem die Schleimschicht, welche den Darm auskleidet, auf. Hierdurch hat Lecithin positive Auswirkungen auf die chronische Dickdarmentzündung Colitis ulcerosa. Ebenso wie den Darm schützt Lecithin auch die Leber, weswegen es auch bei einer alkoholischen Fettleber und Hepatitis hilft.

Aber neben diesen vielen Effekten ist insbesondere die positive Wirkung auf das Gehirn bekannt. Aber was ist an dem „Powerfood für das Gehirn“ wirklich dran?

Lecithin für das Gehirn?

Lecithin soll die Konzentrationsfähigkeit und die Merkfähigkeit verbessern aber wie?

Das Cholin verbessert die Übertragung von Signalen in den Nervenzellen im Gehirn, indem es die Funktion der grauen Zellen unterstützt. Denn Nervenzellen sind über ihre langen Nervenfortsätze miteinander verbunden. Desto besser diese Nervenfortsätze isoliert sind, umso fehlerfreier ist die Weitergabe von Impulsen. Durch das Cholin werden die Nervenfortsätze besser isoliert, was dazu führt, dass sich kognitive Fähigkeiten, als auch die Merkfähigkeit verbessert. Dementsprechend wundert es einen nicht, dass Lecithin neben Taurin, Koffein und anderen Substanzen häufig in Energy-Drinks zugesetzt ist. Aber da Energy-Drinks für ihren nicht besonders positiven Effekt auf die Gesundheit bekannt sind, kommt die Frage auf: „Welche Lebensmittel enthalten sonst noch Lecithin?“

Wie lässt sich Lecithin in die vegane Ernährung integrieren?

Laut der National Academy of Science sollten Männer täglich eine Menge von 550 mg Lecithin abdecken und Frauen eine Menge von circa 425 mg. Diese Richtwerte lassen sich bei einer ausgewogenen veganen Ernährung auch gut erfüllen. Neben vielen tierischen Quellen wie Eier, Fisch und Rinderleber ist Lecithin auch in vielen veganen Lebensmitteln enthalten. Sojabohnen, Hefe und Ölsamen wie zum Beispiel Leinsamen enthalten große Mengen. Aber auch Weizenkeime, Lupinen, Hülsenfrüchten, Nüssen, Mais und Erbsen stellen gute Lieferanten dar. Wie man an der langen Aufzählung sieht, ist Lecithin wirklich in vielen Lebensmitteln enthalten, aber wieso gibt es trotzdem so viele Nahrungsergänzungsmittel mit dem Phospholipid?

Nahrungsergänzungsmittel?

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Die meisten Nahrungsergänzungsmittel bestehen aus Sojalecithin. Also Lecithin, welches aus der Sojabohne stammt und somit auch vegan ist. Die Kapseln sollen bei Stress und körperlicher Belastung helfen, die kognitiven Fähigkeiten verbessern und einen zudem Stressresistenter zu machen. Allerdings wird im Normalfall der tägliche Bedarf, solange man sich ausgewogenen ernährt, problemlos gedeckt, da der Körper auch noch selbst eine gewisse Menge an Lecithin produzieren kann. So ist der tägliche Bedarf in den meisten Fällen sicher abgedeckt.

Also sind für einen Großteil der Bevölkerung die Nahrungsergänzungsmittel eher unnötig. Allerdings wurden bei alten Menschen positive Effekte nachgewiesen, da diese teilweise zunehmend weniger essen und sie somit ihren Bedarf nicht so leicht decken können wie junge Menschen.

Abschließend kann man sagen: Wer sich gesund und ausgewogen ernährt und gerne mal Nüsse oder Hülsenfrüchte zu sich nimmt, hat gute Chance seinen Lecithinbedarf auf lange Sicht zu decken und von den positiven Effekten zu profitieren. Allerdings kann eine Nahrungsergänzung im Falle einer potenziellen Unterversorgung die negativen Auswirkungen eines Lecithinmangels verhindern.



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