Alpro Kritik – woher kommt sie?

Alpro Kritik – woher kommt sie?
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Alpro Kritik

Die Marke Alpro kennt so gut wie jeder Veganer und auch die meisten Nicht-Veganer sind bestimmt schon einmal im Supermarkt über ein Alpro Produkt gestolpert. Allerdings geriet Alpro in letzter Zeit häufig in Kritik. Aber was sind Gründe für die Alpro Kritik und was sind die Strukturen des Unternehmens Alpro?

Das Unternehmen Alpro

Alpro ist der europäische Marktführer im Verkauf von Lebensmitteln auf Sojabasis. Es gehört seit 2017 zu dem Molkereikonzern Danone und bildet den europäischen Seitenzweig namens Danone Wave, der auch Whitewave genannt wird. Zu Danone Wave gehört ebenfalls der Bio-Ableger Provamel. Hier liegen auch die Wurzeln der Alpro Kritik. Denn viele Käufer stören sich daran, einen Großkonzern wie Danone zu unterstützen.

Warum steht Danone in der Kritik?

Die Hauptkritikpunkte sind vor allem die schlechte Haltung der Kühe, die für die Produktion von Danone Produkten in Kauf genommen wird. Des Weiteren wird Danone für ihr Marketing kritisiert. Zum Beispiel wirbt Danone mit ihrem Fruchtzwerge Joghurt speziell Kinder an, obwohl diese extrem zuckerhaltig sind und somit nicht empfehlenswert für eine kindgerechte Ernährung. Derartige Unternehmensstrukturen und noch weitere Kritikpunkte sorgen für die Empörung vieler ehemaliger Alpro-Käufer. Auf vielen Seiten im Internet wird seit der Übernahme im April 2017 zum Boykott von Alpro aufgerufen, da man kein Unternehmen unterstützen will, welches weder nach veganen Werten lebt, noch nach ihnen handelt. Aber die Alpro Kritik begann schon früher.

Die Unternehmensgeschichte von Alpro

Ihren Ursprung nimmt die Marke Alpro in Belgien. Ins Leben gerufen wurde sie 1980, vom belgischen Lebensmittelkonzern Vandemoortele und fokussierte sich auf die Herstellung und Produktion von Soja-Ersatzprodukten. Unter dem Namen Division Alpro Soja übernahmen sie 1996 den Konkurrenten Sojinal und erhielten neben der bereits existierenden Produktionanlage in Belgien eine zusätzliche in Frankreich. Seit 2006 gehört auch der niederländische Tofu-Hersteller Sofine zu Alpro. Bis zu diesem Zeitpunkt gab es noch keine wirkliche Alpro Kritik.

Wann begann die Alpro Kritik?

Die Kritik an Alpro begann allerdings, als die US-Molkereigruppe Dean Foods im Juni 2009 Alpro und Provamel übernahm. Hier wurden schon kritische Stimmen laut, die Alpro nicht mehr unterstützen wollten, solange das Unternehmen zu einem Molkereigroßkonzern gehört, der für viel Tierleid sorgt. Als 2012 dann die Abspaltung von dem Zweig WhitewaveFoods verkündet wurde, waren viele Veganer bzw. Alpro Käufer positiv gestimmt. Denn 2013 war WhitewaveFoods unabhängig. Zu ihnen gehörte zum einen Alpro, Provamel, aber auch US-Marken wie Silk und Horizon Organic, die ebenfalls pflanzliche Ersatzprodukte herstellen.

Als dann im Juli 2016 der Molkereikonzern Danone die Übernahme von WhitewaveFoods ankündigte, waren viele Käufer entrüstet. 2017 wurde Danone wave dann endgültig für einen stolzen Preis von 12,5 Milliarden Euro übernommen. Seitdem hält die Alpro Kritik an und im Internet werden einem sofort bei der Eingabe von „Alpro Kritik“ verschiedene Veganer Foren angezeigt, die zum Boykott aufrufen, um einen Konzern wie Danone nicht zu unterstützen.

Obwohl Alpro Produkte für Veganer herstellt, bekommt die Firma von ihnen viel Kritik.
Obwohl Alpro Produkte für Veganer herstellt, bekommt die Firma von ihnen viel Kritik.

Aber was ist das Sortiment von Alpro?

Trotz der anhaltenden Alpro Kritik verzeichnet Alpro weiterhin hohe Umsätze. Käufern steht in fast jedem Supermarkt ein umfassendes Angebot an den verschiedensten Milchalternativen auf Basis von Soja, Mandel, Kokosnuss, Reis, Hafer und Haselnuss zur Verfügung. Ebenso wie verschiedenste Joghurt, Quark und Dessert Alternativen auf Sojabasis. Zudem bietet Alpro Kochcremes und Brotaufstriche an.

Alpro Produkte selbst auch in Kritik

Viele Menschen greifen gerne zu den Ersatzprodukten von Alpro und nehmen in Kauf, dass sie dadurch vielleicht keine veganen bzw. ethischen Unternehmen im Hintergrund unterstützen. Doch auch die Produkte von Alpro selbst geraten in Kritik. Denn Alpro baut Soja in Kanada und Europa an und versucht nach eigenen Angaben so weit geht es auf Nachhaltigkeit und eine geringe Nutzung von Pflanzenschutzmitteln zu achten. Schließt damit aber keine Nutzung von Glyphosat und anderen Spritzmitteln aus. Zudem bedeutet Soja häufig auch eine monokulturelle Landwirtschaft. Dies schadet der Natur immens. Im Gegensatz zu Alpro garantiert der Bio-Ableger Provamel ihr Soja vollständig aus Europa zu beziehen. Dennoch unterstützt man, wie schon bei Alpro kritisiert, bei dem Kauf von Provamel Produkten Danone. Gibt es denn auch wirklich faire, nachhaltige Milchalternativen?

Gute Milchalternativen

Generell ist bei den Öko-Test Ergebnissen durchweg die Hafermilch mit einem durchgängigen „sehr gut“ hervorgestochen. Denn viele Firmen beziehen ihren Hafer auch aus dem Land, in welchem sie die Hafermilch produzieren und verkaufen. Sehr gut wurde zum Beispiel die Hafermilch von Allos für 1,99 €/l bewertet, als auch die Hafermilch von Alnatura für 1,19 €/l. Ebenso ins Auge fiel die Marke Berief, die ihre Hafermilch allein aus deutschem Hafer produziert. Auch sehr berühmt ist die schwedische Marke Oatly, welche sich auf Haferprodukte spezialisiert hat und ihren Hafer in Schweden anbaut. Der Kauf von ihrer Hafermilch schließt aus, dass die eigene Milchalternative in Zusammenhang mit der Abholzung der Regenwälder steht und mit Glyphosat in Berührung gekommen ist.

Die Sojamilch ist die beliebteste und nahrhafteste Milchalternative.
Die Sojamilch ist die beliebteste und nahrhafteste Milchalternative.

Trotz allem ist die Sojamilch die beliebteste Milch bei den Amerikanern und Europäern. Wer weiterhin nicht auf die Sojamilch verzichten will. Dem empfiehlt der Öko-Test das Berief Soja Drink Naturell, welches auch mit sehr gut bewertet wurde.

Allos Soja Drink Naturell – 1 l Bio Sojamilch

Alpro Kritik berechtigt?

Trotz der häufigen Kritiken an Alpro gibt es weiterhin viele Veganer, die trotzdem Alpro Produkte kaufen. Denn man kann auch anders argumentieren. Beim Kauf von Alpro Produkten zeigt man Großkonzernen wie Danone, dass es sich lohnt in vegane Produkte zu investieren. Dadurch sorgt man dafür, dass vielleicht bestehende Strukturen verändert werden und sich mehr auf tierfreie Produkte spezialisiert wird.

Aber worauf sie achten müssen, damit eine vegane Ernährung gesund und bedarfsdeckend ist erfahren sie hier: https://vegan-gesund-und-fit.de/vegan-gesund/



2 thoughts on “Alpro Kritik – woher kommt sie?”

  • Super Artikel rund um Alpro und eben die Kritik, die das Unternehmen immer wieder einstecken musste, war sehr informativ mal die Faktenlage rund um das Thema kennenzulernen. Vielen Dank!

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